Senegal setzt sich für verbindliche internationale Regeln zum Verbot letaler autonomer Waffensysteme ein, die auf künstlicher Intelligenz (KI) beruhen, insbesondere wenn diese wahllos Menschen treffen oder unvorhersehbare Auswirkungen haben können.
Diese Position wurde am Dienstag in Dakar von Botschafter Ibrahima Cissé, einem Mitglied des Kabinetts des Ministeriums für Afrikanische Integration, Auswärtige Angelegenheiten und Senegalesen im Ausland, bekräftigt.
In seiner Rede auf dem Humanitarium 2026 erklärte der Diplomat, dass der zunehmende Einsatz von KI in bewaffneten Konflikten neue Fragen für das humanitäre Völkerrecht aufwirft. Das Forum, das im Museum der Schwarzen Zivilisationen stattfand, ist eine Initiative des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), der Schweizer Botschaft im Senegal und des senegalesischen Außenministeriums.
Für Ibrahima Cissé bietet der Einsatz von KI im militärischen Bereich durchaus Möglichkeiten zum besseren Schutz der Zivilbevölkerung. Insbesondere die schnelle Analyse großer Datenmengen könnte helfen, bestimmte Risiken vorherzusehen und Schäden zu begrenzen.
Diese Technologie birgt jedoch auch Gefahren, wenn sie in Waffensystemen, Cyberoperationen oder militärischen Entscheidungsprozessen eingesetzt wird. Der Diplomat verweist insbesondere auf die Risiken von Fehlern, Unvorhersehbarkeit und verminderter menschlicher Kontrolle.
Dakar bekräftigt daher, dass die Regeln des humanitären Völkerrechts unabhängig von der auf dem Schlachtfeld eingesetzten Technologie weiterhin gelten müssen. Insbesondere die Grundsätze der Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kombattanten, der Verhältnismäßigkeit und der Vorsorge müssen weiterhin die Kriegsführung bestimmen.
Senegal legt besonderen Wert darauf, die tatsächliche menschliche Kontrolle über alle wesentlichen Funktionen im Zusammenhang mit der Zielidentifizierung und -bekämpfung zu gewährleisten. Laut Ibrahima Cissé müssen die Bediener in der Lage sein, die Funktionsweise des Systems zu verstehen, es zu überwachen und es bei Bedarf abzuschalten.
„Die Verantwortung von Staaten und Einzelpersonen kann nicht auf eine Maschine übertragen werden“, betonte er.
Mit dieser Position fordert Dakar daher einen rechtlichen Rahmen für den militärischen Einsatz von KI, damit der technologische Fortschritt nicht zu einer Schwächung des Schutzes der Bevölkerung in Konfliktzeiten führt.
Djamila Kambou
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