Gabun richtet seine Stipendienpolitik neu aus und konzentriert sich dabei verstärkt auf afrikanische Universitäten. Ab dem Studienjahr 2026/2027 sind Schulabgänger nicht mehr berechtigt, Stipendien für ein Studium in Frankreich zu beantragen. Auch einige Studierende, die bereits an einer französischen Universität eingeschrieben sind, müssen ihr Studium künftig in anderen afrikanischen Ländern, insbesondere im Senegal und an der Elfenbeinküste, fortsetzen.
Die Ankündigung erfolgte am 16. August 2026 durch den gabunischen Präsidenten Brice Clotaire Oligui Nguema in seiner Ansprache an die Nation anlässlich des 66. Jahrestages der Unabhängigkeit Gabuns.
Das Staatsoberhaupt rief dazu auf, die afrikanischen Hochschulen zu stärken und den hervorragenden Ausbildungsprogrammen auf dem Kontinent Priorität einzuräumen.
Im Studienjahr 2026/2027 können Studierende, die bereits in einem Ingenieur-, Medizin- oder Promotionsstudiengang eingeschrieben sind, in Frankreich bleiben. Auch Studierende, die ihren Bachelor-Abschluss machen, können ihr Studium dort beenden. Studierende im ersten oder zweiten Studienjahr müssen jedoch an andere Hochschulen, insbesondere im Senegal und an der Elfenbeinküste, vermittelt werden.
Laut der gabunischen Nationalen Stipendienagentur (ANBG) ist diese Entscheidung auf finanzielle Engpässe zurückzuführen. Ende Juli gab die Generaldirektorin, Paule Elizabeth Désirée Mboumba Lassy, bekannt, dass 1.104 gabunische Studierende Stipendien in Frankreich erhalten. Sie erklärte, dass die öffentlichen Finanzen nicht mehr ausreichen, um alle Studierenden zu fördern, und dass Anpassungen notwendig seien.
Diese Kursänderung erfolgt nur wenige Tage nach der Einführung neuer finanzieller Anforderungen für internationale Studierende in Frankreich. Seit dem 1. August müssen sie monatlich 877,50 Euro, umgerechnet etwa 575.600 FCFA, nachweisen, im Vergleich zu zuvor 615 Euro.
Für Präsident Brice Clotaire Oligui Nguema muss diese neue Ausrichtung vor allem die Förderung der Ausbildungskapazitäten des Kontinents ermöglichen. „Afrika darf nicht die Standardlösung sein. Die Zukunft unserer Kinder liegt nicht allein jenseits der Ozeane“, erklärte er und rief dazu auf, nach den besten Ausbildungsprogrammen zu suchen und sich den Exzellenzuniversitäten Afrikas zuzuwenden.
Mit dieser Entscheidung stellt sich eine Weiterentwicklung der gabunischen Studentenausbildungspolitik ein, die den erklärten Wunsch beinhaltet, die akademische Mobilität innerhalb des Kontinents zu stärken und afrikanische Institutionen besser wertzuschätzen.
Djamila Kambou
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