Der Fall eines der mächtigsten chinesischen Immobilienmagnaten hat eine weitere Wendung genommen. Hui Ka Yan, Gründer des Immobiliengiganten Evergrande, wurde am Donnerstag, dem 20. August 2026, von einem Gericht in Shenzhen zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Geschäftsmann, der einst zu den reichsten Männern Asiens zählte, wurde in mehreren Fällen von Finanzverbrechen für schuldig befunden.
Die chinesischen Behörden werfen dem Unternehmen groß angelegten Finanzbetrug, Unregelmäßigkeiten bei der Wertpapieremission und Korruption vor. Die Anklagepunkte beziehen sich hauptsächlich auf den Zeitraum von 2016 bis 2021, in dem Evergrande angeblich sein Vermögen künstlich aufgebläht und einen Teil seiner Schulden verschleiert haben soll.
Hui Ka Yan wurden zudem seine politischen Rechte auf Lebenszeit aberkannt, und sein gesamtes persönliches Eigentum sollte eingezogen werden. Das Gericht ordnete ferner die Einziehung der Erträge aus den Straftaten und gegebenenfalls deren Rückerstattung an.
Die Sanktionen betreffen nicht nur den Gründer des Konzerns. Evergrande wurde mit einer Geldstrafe von 88,2 Milliarden Yuan (ca. 13,1 Milliarden US-Dollar) belegt, während Evergrande Real Estate 70 Milliarden Yuan (fast 10,4 Milliarden US-Dollar) zahlen muss.
Diese Verurteilung erfolgt fast fünf Jahre nach dem Zusammenbruch von Evergrande, das Schulden in Höhe von über 300 Milliarden US-Dollar angehäuft hatte und zum Symbol der chinesischen Immobilienkrise geworden war. Der Konzern meldete 2021 Insolvenz an und wurde anschließend liquidiert.
Hui Ka Yan, 67, hatte dennoch einen spektakulären Aufstieg erlebt. 2017 zählte er mit einem geschätzten Vermögen von 45,3 Milliarden US-Dollar zu den reichsten Männern Asiens. Das Urteil in Shenzhen markiert nun einen der einschneidendsten Momente im Zusammenbruch des chinesischen Immobilienmarktes.
Yolande Bazié
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